Wäsche waschen im Camper: Unsere Lösung für unterwegs
Camping bedeutet für uns vor allem eins: draußen sein. Möglichst viel Natur, möglichst wenig Alltag und am liebsten ein Stellplatz, bei dem man morgens nicht erst den Wecker braucht, um zu wissen, dass man Urlaub hat.
Aber so schön das Leben im Camper auch ist – irgendwann gibt es diese kleinen Momente, in denen man feststellt: Die Wäsche müsste eigentlich mal wieder gewaschen werden. Gerade wenn man länger unterwegs ist, wird aus „Das T-Shirt geht noch“ irgendwann ein ziemlich kreatives Farb- und Geruchskonzept.
Auf unserer Reise an die Ardèche hatten wir deshalb etwas dabei, das auf den ersten Blick eher unspektakulär aussieht, sich unterwegs aber als ziemlich praktischer Reisebegleiter herausgestellt hat: den Scrubba Washbag.
Und wo hätten wir ihn besser ausprobieren können als direkt an der Ardèche? Mitten in der Natur. Mit Blick aufs Wasser. Und – was wir vorher natürlich nicht auf dem Zettel hatten – mit Schlangen in der näheren Umgebung.
Wäsche waschen beim Camping: Irgendwann ist es soweit
Wer mit Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs ist, kennt das Spiel. Am Anfang der Reise ist die Wäsche noch schön ordentlich gefaltet. Jedes Kleidungsstück hat seinen Platz und man denkt sich: Dieses Mal haben wir wirklich perfekt gepackt.
Ein paar Tage später sieht die Sache schon anders aus. Die getragenen Sachen sammeln sich in irgendeiner Tasche, die Badehandtücher brauchen gefühlt einen eigenen Stauraum und spätestens nach einer Wanderung oder einem Tag am Wasser möchte man das T-Shirt vielleicht doch nicht noch einmal anziehen.
Natürlich gibt es auf vielen Campingplätzen Waschmaschinen. Aber dafür muss man eben gerade auf dem richtigen Campingplatz sein, eine freie Maschine erwischen und im besten Fall auch noch Waschmittel dabeihaben. Wir meiden fremde Waschmaschinen grundsätzlich.
Wir wollten eine Möglichkeit, mit der wir kleine Mengen Wäsche unterwegs selbst waschen können – unabhängig vom Campingplatz. Und genau da kommt der Scrubba Washbag ins Spiel.

Was ist der Scrubba Washbag eigentlich?
Der Scrubba Washbag ist im Grunde eine mobile Waschmaschine im Taschenformat. Klingt erst einmal ein bisschen nach Camping-Gadget aus der Kategorie „Braucht man das wirklich?“. Aber das Spannende ist: Das Prinzip ist erstaunlich simpel.
Der wasserdichte Waschbeutel wird mit Wasser und etwas Waschmittel befüllt. Die Wäsche kommt hinein, anschließend wird der Beutel verschlossen und die Luft über ein Ventil abgelassen. Durch Reiben und Kneten der Wäsche im Beutel über das integrierte Waschbrett entsteht eine mechanische Waschbewegung.
Das Ganze funktioniert also ohne Strom und ohne Waschmaschine. Und genau das macht ihn für Camping, Vanlife, Trekking oder längere Reisen interessant.
Natürlich ersetzt der Washbag keine Waschmaschine, wenn man die komplette Urlaubsgarderobe einer Großfamilie reinigen möchte. Aber für ein paar T-Shirts, Unterwäsche, Socken oder leichte Kleidung ist das Prinzip ziemlich praktisch. Wir reisen als dreiköpfige Familie und möchten den Scrubba Washbag nicht mehr missen.

Unser Waschplatz an der Ardèche
Unser persönlicher Scrubba-Test fand allerdings nicht irgendwo im heimischen Badezimmer statt. Wir waren an der Ardèche unterwegs. Und wer die Gegend kennt, weiß, warum man dort eigentlich möglichst wenig Zeit mit Wäschewaschen verbringen möchte. Die Landschaft ist einfach großartig. Felsen, türkisfarbenes Wasser, kleine Buchten und diese ganz besondere Mischung aus südfranzösischer Leichtigkeit und wilder Natur.
Wir hatten also durchaus schönere Dinge vor, als Wäsche zu waschen. Aber die Wäsche hatte leider andere Pläne. Also suchten wir uns einen geeigneten Platz in der Nähe unseres Stellplatzes und packten den Scrubba Washbag aus. Und während wir uns mit T-Shirts und Handtüchern beschäftigten, wurde uns plötzlich bewusst, dass wir hier vielleicht nicht ganz allein waren.

Wäsche waschen neben Schlangen
Das ist einer dieser Campingmomente, die man wahrscheinlich nicht so schnell vergisst. Während wir dort unsere Wäsche bearbeiteten, waren in der Umgebung tatsächlich Schlangen unterwegs. Keine Panik – wir haben uns nicht mit einer Schlange um den besten Waschplatz gestritten. Aber es war doch ein ziemlich guter Reminder dafür, dass man sich an der Ardèche eben nicht im heimischen Garten befindet. Wir waren mitten in der Natur. Und genau das ist ja eigentlich der Grund, warum wir dort waren. Trotzdem schaut man plötzlich ein bisschen genauer hin, bevor man seine Füße irgendwo ins Gras stellt. Während also neben uns die Natur ihren ganz eigenen Alltag hatte, wurde bei uns fleißig gewaschen. Und erstaunlicherweise funktionierte das Ganze besser, als wir zunächst gedacht hatten.

Wie funktioniert das Waschen mit dem Scrubba Washbag?
Das Prinzip ist denkbar einfach.
Zuerst kommt Wasser in den Beutel. Dazu geben wir Waschmittel und die zu waschende Kleidung.

Dann wird der Beutel verschlossen und die Luft über ein Ventil abgelassen.


Jetzt kommt der Teil, der die eigentliche Waschmaschine ersetzt: Die Wäsche wird im Beutel bewegt und geknetet. Durch die spezielle Innenstruktur des Washbags entsteht dabei Reibung, die Schmutz aus den Textilien lösen soll. Man merkt schon, dass man keine komplette Waschmaschine ersetzt. Aber für leichte Campingwäsche ist das auch gar nicht der Anspruch.

Nach dem Waschen wird das Schmutzwasser abgelassen und die Kleidung mit sauberem Wasser ausgespült.

Anschließend heißt es: auswringen und trocknen.

Und genau hier merkt man einen der größten Vorteile beim Camping: Man braucht weder Strom noch einen festen Waschplatz.
Wie sauber wird die Wäsche wirklich?
Natürlich wollten wir wissen, ob das Ganze mehr ist als ein hübscher Camping-Trick. Unser Eindruck: Für leicht bis normal verschmutzte Kleidung funktioniert das System erstaunlich gut. Gerade T-Shirts, Unterwäsche, Socken oder leichte Kleidung lassen sich damit unterwegs gut auffrischen.
Wir hatten allerdings nicht mit stark verschmutzter Kleidung oder richtig hartnäckigen Flecken zu kämpfen. Dieser Test steht (noch?) aus. Auch haben wir keine großen Teile wie XXL-Strandhandtücher oder Bademäntel gewaschen.
Aber mal ehrlich: Wenn wir unterwegs sind, geht es uns meistens auch gar nicht darum, eine komplette Waschmaschinenladung auf dem Niveau einer professionellen Wäscherei zu reinigen. Uns geht es darum, die Kleidung wieder tragbar zu bekommen. Und genau dafür finden wir den Scrubba Washbag ziemlich praktisch.
Besonders praktisch für Camper
Der größte Vorteil liegt für uns tatsächlich im Platzbedarf. Ein Camper ist schließlich kein Haus. Jeder Stauraum muss sich irgendwann rechtfertigen. Und ein Gegenstand, der nur selten gebraucht wird, bekommt schnell die Frage gestellt: „Musst du wirklich mit?“ Der Scrubba Washbag lässt sich klein zusammenpacken, wiegt nur wenige Gramm und nimmt entsprechend wenig Platz ein.
Das ist gerade dann interessant, wenn man länger unterwegs ist und nicht jeden zweiten Tag einen Waschsalon oder die Campingplatz-Waschmaschine aufsuchen möchte.
Außerdem kann man ihn unabhängig vom Stromnetz verwenden. Das macht ihn auch für Stellplätze interessant, auf denen es keine Waschmaschine gibt. Oder für Situationen, in denen man einfach schnell ein paar Sachen waschen möchte.
Unser Camping-Wäsche-Trick für unterwegs
Wir würden den Scrubba Washbag deshalb vor allem als Ergänzung sehen. Nicht als Ersatz für die Waschmaschine. Wenn wir mehrere Wochen unterwegs sind und entsprechend viel Wäsche anfällt, freuen wir uns natürlich über eine richtige Waschmaschine. Aber wenn zwischendurch nur ein paar Sachen dringend eine Wäsche brauchen, ist so ein Waschbeutel ziemlich praktisch. Vor allem bei Unterwäsche, Socken und T-Shirts kann man damit die Zeit bis zum nächsten Waschsalon oder zur nächsten Campingplatz-Waschmaschine gut überbrücken. Und plötzlich muss man auch nicht mehr darüber diskutieren, ob das T-Shirt wirklich noch einen Tag schafft.
Das Wasser: Bitte nicht einfach irgendwo ausleeren
Ein Punkt ist uns beim Camping besonders wichtig: Nur weil man unterwegs waschen kann, sollte man natürlich nicht einfach irgendwo Waschmittelwasser in die Natur kippen.
Auch wenn man mitten in einer traumhaften Landschaft steht und weit und breit niemand zu sehen ist. Gerade an einem so empfindlichen Naturraum wie der Ardèche sollte man darauf achten, wo das Waschwasser landet. Wir nutzen deshalb geeignete Abwasserstellen beziehungsweise entsorgen das Wasser dort, wo es dafür vorgesehen ist. Das gehört für uns genauso zum Camping dazu wie der Respekt vor der Natur, in der wir unterwegs sind.
Denn schließlich wollen wir auch beim nächsten Besuch noch genau diese Landschaft vorfinden.
Für wen lohnt sich der Scrubba Washbag?
Für uns ist er vor allem interessant für Camper, die:
- länger unterwegs sind,
- wenig Stauraum haben,
- unabhängig von Campingplatz-Waschmaschinen sein möchten,
- nur kleine Mengen Wäsche waschen müssen,
- ohne Strom waschen möchten,
- oder einfach eine praktische Notlösung für unterwegs suchen.
Für eine große Familie mit mehreren Ladungen Wäsche pro Tag wird er vermutlich eher nicht die Waschmaschine ersetzen.
Aber für zwei bis drei Personen, die unterwegs immer mal wieder ein paar Kleidungsstücke auffrischen möchten, finden wir ihn ziemlich clever.
Und was ist mit dem Trocknen?
Das Waschen ist eigentlich nur die halbe Miete. Denn die sauber gewaschene Kleidung muss anschließend natürlich auch wieder trocken werden. Gerade beim Camping ist das manchmal die größere Herausforderung.
Wir hängen deshalb leichte Kleidung möglichst direkt draußen auf, wenn Wetter und Stellplatz es zulassen. An sonnigen Tagen geht das erstaunlich schnell. Bei Handtüchern und dickeren Sachen braucht man dagegen etwas mehr Geduld.
Im Notfall trocknen wir Kleidung in der Dusche.
Unser Fazit nach dem Ardèche-Test
Was auf den ersten Blick wie ein ziemlich spezielles Camping-Gadget aussieht, hat uns unterwegs tatsächlich überzeugt. Der Scrubba Washbag ist klein, benötigt keinen Strom und ermöglicht es, auch unterwegs schnell ein paar Kleidungsstücke zu waschen.
Natürlich ersetzt er keine Waschmaschine. Und wir würden vermutlich auch nicht auf die Idee kommen, damit nach einer vierwöchigen Campingreise die komplette Wäscheladung durchzuwalken. Aber genau dafür ist er aus unserer Sicht auch gar nicht gedacht. Er ist für die kleinen Wäschen zwischendurch.
Für das T-Shirt, das man eigentlich noch tragen möchte. Für die Socken, die man lieber nicht noch zwei Tage im Camper liegen lassen möchte. Für die Unterwäsche, die nach einem heißen Tag an der Ardèche einfach eine Dusche verdient hat.
Und für diese Momente, in denen man irgendwo unterwegs ist und feststellt: Mist, wir brauchen dringend saubere Wäsche – aber weit und breit keine Waschmaschine.
Dann holt man den Scrubba Washbag heraus, sucht sich einen geeigneten Platz, füllt Wasser ein und legt los.
Wir haben das Ganze jedenfalls mitten an der Ardèche ausprobiert.
Neben Schlangen.
Mitten in der Natur.
Und während wir dort unsere Wäsche wuschen, mussten wir irgendwann ein bisschen lachen. Denn vermutlich gibt es wenige Situationen, in denen man sagen kann: „Wir sind gerade in Südfrankreich, die Landschaft ist traumhaft, neben uns kriechen Schlangen herum – und wir waschen gerade unsere Socken.“
Camping eben.
Manchmal sind es genau diese kleinen, völlig absurden Momente, die am Ende zu den Geschichten gehören, die man noch Jahre später erzählt.
Autor
mail@sachenpackenundlos.de