Wer mit dem Wohnwagen reist, kennt diesen Moment: Man kommt auf dem Stell- oder Campingplatz an, freut sich auf den Feierabend – und dann beginnt erst einmal der Aufbau. Kurbeln, ausrichten, Kabel suchen, überlegen, was zuerst drankommt. Gerade am Anfang fühlt sich das schnell chaotisch an. Die gute Nachricht: Auf- und Abbau müssen weder stressig noch zeitaufwendig sein. Mit etwas Routine, klaren Abläufen und ein paar kleinen Helfern lässt sich jede Menge Zeit sparen – und vor allem Nerven.
Ankommen ohne Hektik: Der richtige Start
Bevor es überhaupt an den Aufbau geht, lohnt sich ein kurzer Moment zum Durchatmen. Stell den Wohnwagen ab, steig aus und schau dir den Platz in Ruhe an:
- Wie eben ist der Untergrund?
- Wo sind Strom- und Wasseranschluss?
- Wie möchtest du später sitzen oder die Markise ausrichten? Wo findest du Schatten oder Schutz vor Wind?
Diese paar Minuten Planung sparen später unnötiges Umrangieren.
Schritt für Schritt: Eine feste Aufbau-Routine
Der größte Zeitfresser beim Aufbau ist Unordnung – nicht auf dem Platz, sondern im Kopf. Eine feste Reihenfolge hilft enorm. Bewährt hat sich zum Beispiel:
- Wohnwagen grob ausrichten und schon beim Einparken darauf achten, möglichst gerade zu stehen. Je besser das passt, desto weniger musst du später korrigieren.
- Seitlich nivellieren mit Auffahrkeilen oder Nivellierhilfen. Ein kleiner Blick auf die Wasserwaage spart später schiefe Schranktüren oder Unebenheiten beim Schlafen.
- Abkoppeln & Stützen runter. Erst wenn der Wohnwagen stabil steht, geht es weiter. Kurbeln ohne Stress – lieber einmal ordentlich als dreimal halb.
- Strom anschließen. Kabel griffbereit, nicht irgendwo im Wohnwagen vergraben. Ein fest definierter Platz dafür zahlt sich aus. Jetzt ist auch der Zeitpunkt den Kühlschrank vom Gasbetrieb auf den Strombetrieb umzustellen.
- Vorzeltteppich ausrichten. Auf diesem kann das Vorzelt während des Aufbaus ausgebreitet werden um Beschädigungen durch den Untergrund (kleine Steinchen u.ä.) zu vermeiden.
- Markise oder Vorzelt: Nur das aufbauen, was du wirklich brauchst. Für eine Nacht reicht oft die Markise oder ein Sonnensegel – das Vorzelt kann warten. Gründliches und sicheres Abspannen nicht vergessen.
- Zuletzt folgen Campingmöbel und Deko
Ordnung ist Zeitgewinn
Alles, was du suchst, kostet Zeit. Deshalb lohnt sich eine klare Struktur:
- Aufbau-Zubehör (Keile, Kurbel, Kabel) immer an derselben Stelle
- Separate Box nur für „Ankommen & Abfahren“, diese ggf. beschriften
- Kabel und Schläuche aufgerollt und einsatzbereit
- Werkzeuge und ggf. Lampen (bei einer späten Anreise) griffbereit haben
Je weniger du umräumen musst, desto schneller bist du fertig.
Abbau: Schon beim Aufbauen mitdenken
Der Abbau beginnt nicht am Abreisetag, sondern beim Aufbau. Wenn du dir jetzt schon überlegst, wie du alles wieder verstauen willst, geht es später deutlich entspannter. Ein paar bewährte Tipps:
- Dinge nach Nutzungshäufigkeit verstauen
- Nasses Zubehör getrennt lagern
- Kabel und Schläuche direkt ordentlich aufrollen
- Kleinteile sofort zurück an ihren festen Platz
So vermeidest du hektisches Suchen und Umräumen am Abreisetag.
Der entspannte Abreisetag
Gerade beim Abbau entsteht schnell Druck – schließlich wartet oft schon die nächste Etappe oder man muss den Campingplatz bis zu einer bestimmten Uhrzeit verlassen. Doch auch hier gilt: Routine schlägt Tempo.
Unsere bevorzugte Reihenfolge:
- Markise/Vorzelt abbauen. Ggf. Papier als Schutz zwischen die Vorzeltfenster lagern
- Innen alles sichern und verstauen
- Strom trennen und Kabel verstauen
- Stützen hoch, Wohnwagen ankoppeln
- Letzter Rundgang: Klappen, Fenster, Licht, Ventile, Gas
Dieser kurze Check spart Überraschungen auf den ersten Kilometern. Außerdem beginnen wir oft am Vortag schon mit dem Abbau. Alles was nicht mehr benötigt wird, wird schon mal verstaut. Gelegentlich kann es sogar vorkommen, dass wir nur noch Tisch und Stühle vor dem Wohnwagen stehen haben, einen letzten Kaffee ganz gemützlich genießen und dann abreisen.
Extra-Tipp: Behalte den Wetterbericht vor der Abreise im Auge. Ist Regen angesagt, macht es Sinn rechtzeitig abzubauen um nicht ein riesiges, nasses Vorzelt nach Hause transportieren und hier ggf. nochmal aufbauen zu müssen.
Weniger ist mehr
Nicht jeder Aufbau muss perfekt sein. Manchmal reicht es, einfach anzukommen, einen Stuhl rauszustellen und den Moment zu genießen. Gerade auf kurzen Stopps darf Camping auch unkompliziert sein. Mit der Zeit entwickelt jeder seine eigene Routine – und plötzlich dauert der Aufbau keine 30 Minuten mehr, sondern fühlt sich fast nebenbei an.
Fazit: Übung, Struktur und Gelassenheit erleichtern den Auf- und Abbau
Aufbau und Abbau mit dem Wohnwagen sind kein notwendiges Übel, sondern Teil des Campinglebens.
Mit klaren Abläufen, guter Organisation und etwas Übung wird aus Stress schnell Routine – und aus Routine echte Entspannung. Denn am Ende geht es nicht darum, wie schnell alles steht, sondern wie schnell man sich wohlfühlt.

