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Dichtigkeitsprüfung beim Wohnwagen: Warum sie so wichtig ist und was Camper wissen sollten

Dichtigkeitsprüfung

Es gibt Dinge am Wohnwagen, über die denkt man ungefähr so gerne nach wie über einen Zahnarzttermin: Man weiß, dass sie wichtig sind, aber solange alles funktioniert, schiebt man sie gerne ein bisschen nach hinten. Die Dichtigkeitsprüfung gehört definitiv in diese Kategorie.

Dabei ist sie eine der Untersuchungen, die wir beim Wohnwagen nicht einfach als lästige Pflicht abhaken würden. Denn Wasser findet bekanntlich seinen Weg – und das gilt ganz besonders für einen Wohnwagen. Kleine Undichtigkeiten können lange unbemerkt bleiben. Wenn man sie schließlich sieht, riecht oder sogar fühlt, kann der Schaden bereits deutlich größer sein.

Eine regelmäßige Dichtigkeitsprüfung kann deshalb helfen, Feuchtigkeit frühzeitig aufzuspüren und teure Folgeschäden zu vermeiden.

Was ist eine Dichtigkeitsprüfung beim Wohnwagen überhaupt?

Bei der Dichtigkeitsprüfung wird der Wohnwagen darauf untersucht, ob Feuchtigkeit von außen in den Aufbau eindringen kann beziehungsweise bereits eingedrungen ist.

Dabei geht es nicht darum, den Wohnwagen einfach einmal gründlich anzuschauen. Gerade die Stellen, an denen unterschiedliche Bauteile aufeinandertreffen, sind interessant: Fenster, Türen, Dachluken, Klappen, Leisten oder andere Durchführungen sind typische Bereiche, an denen Dichtungen und Abdichtungen mit der Zeit altern können.

Das Entscheidende dabei: Eine undichte Stelle muss nicht dort sein, wo später Feuchtigkeit sichtbar wird.

Wasser kann sich innerhalb des Aufbaus seinen eigenen Weg suchen. Ein kleiner Eintrittspunkt an einer Dichtung kann deshalb an einer ganz anderen Stelle für Feuchtigkeit sorgen.

Genau deshalb ist eine professionelle Prüfung sinnvoller, als einfach nur einmal mit den Augen durch den Wohnwagen zu gehen.

Warum Wasser im Wohnwagen so problematisch ist

Ein bisschen Feuchtigkeit klingt zunächst nach keinem besonders dramatischen Problem. Schließlich steht ein Wohnwagen draußen, wird nass und muss das auch aushalten.

Der Unterschied liegt darin, wo das Wasser landet.

Dringt Feuchtigkeit in Bereiche des Aufbaus ein, kann sie dort lange unbemerkt bleiben. Während man im Wohnwagen noch gemütlich Kaffee kocht, kann sich hinter einer Verkleidung oder in anderen nicht sichtbaren Bereichen längst ein Problem entwickeln.

Und genau das macht Feuchtigkeitsschäden so unangenehm: Sie beginnen häufig klein und werden erst spät entdeckt.

Ein feuchter Geruch, Verfärbungen an Wänden oder Decken, aufgequollene Materialien oder andere Veränderungen können Warnzeichen sein. Allerdings sollte man nicht darauf warten, dass der Wohnwagen solche Signale sendet.

Denn spätestens wenn man Feuchtigkeit mit bloßem Auge erkennt, ist aus der kleinen Undichtigkeit möglicherweise bereits ein größerer Schaden geworden.

Wann sollte man die Dichtigkeitsprüfung machen lassen?

Das hängt unter anderem vom Hersteller, vom Fahrzeug und von möglichen Garantiebedingungen ab. Gerade bei einem neuen Wohnwagen lohnt sich deshalb ein Blick in die Unterlagen des Herstellers.

Viele Hersteller knüpfen ihre Dichtigkeitsgarantie an regelmäßige Prüfungen innerhalb bestimmter Fristen. Welche Intervalle gelten und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, lässt sich deshalb nicht pauschal für jeden Wohnwagen beantworten.

Das ist ein wichtiger Punkt, wenn ihr noch Garantieansprüche habt: Nicht einfach nach Gefühl entscheiden, wann die nächste Prüfung fällig ist, sondern in den Garantiebedingungen nachsehen.

Auch unabhängig von einer Garantie ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll. Ein Wohnwagen steht schließlich nicht das ganze Jahr über geschützt in einer trockenen Halle. Regen, Schnee, Sonne, Frost und wechselnde Temperaturen setzen den Außenmaterialien und Abdichtungen zu.

In einem Garantieheft werden alle Prüfungen dokumentiert

Was wird bei einer Dichtigkeitsprüfung kontrolliert?

Die genaue Vorgehensweise kann je nach Betrieb, Hersteller und Fahrzeug unterschiedlich sein. Grundsätzlich geht es darum, mögliche Feuchtigkeit im Aufbau aufzuspüren und auffällige beziehungsweise gefährdete Bereiche zu kontrollieren. Daher ist es auch besonders sinnvoll vor der Prüfung Staukästen möglichst frei zu räumen und Vorzelt, Campingstühle und Co zeitweise wo anders unterzubringen.

Dazu gehören beispielsweise die Übergänge und Abdichtungen an Fenstern, Türen, Dachluken und Außenklappen. Auch Stellen, an denen Anbauteile oder Durchführungen in den Aufbau integriert sind, verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Für die Prüfung kommen je nach Verfahren geeignete Feuchtigkeitsmessgeräte zum Einsatz. Damit kann kontrolliert werden, ob sich in bestimmten Bereichen erhöhte Feuchtigkeitswerte feststellen lassen.

Das Schöne daran: Man muss nicht erst die halbe Einrichtung ausbauen, um einen ersten Hinweis auf ein Feuchtigkeitsproblem zu bekommen.

Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass eine Dichtigkeitsprüfung keine Garantie dafür ist, dass für alle Zeiten kein Wasser eindringen wird. Dichtungen und Abdichtungen altern. Ein Wohnwagen ist ständig den unterschiedlichsten Witterungseinflüssen ausgesetzt.

Die Prüfung ist deshalb eher eine Momentaufnahme und gleichzeitig eine wichtige Vorsorge.

Was kostet eine Dichtigkeitsprüfung beim Wohnwagen?

Auch hier gibt es keinen einheitlichen Preis, der für jeden Wohnwagen gilt. Die Kosten hängen unter anderem vom Anbieter, Fahrzeug und Umfang der Prüfung ab. Als ungefährer Richtwert kann man von 100-200 € ausgehen.

Wer einen neuen Wohnwagen besitzt, sollte aber nicht nur auf den Preis schauen. Wenn die Prüfung für eine bestehende Dichtigkeitsgarantie relevant ist, sollte man insbesondere darauf achten, dass sie entsprechend den Vorgaben des Herstellers durchgeführt und dokumentiert wird.

Denn eine vermeintlich günstige Prüfung bringt wenig, wenn sie anschließend nicht den Anforderungen entspricht, die für die Garantie gelten.

Am besten fragt ihr beim Händler oder einer dafür geeigneten Fachwerkstatt nach dem aktuellen Preis und danach, was genau im jeweiligen Prüfungsumfang enthalten ist.

Und wenn tatsächlich Feuchtigkeit gefunden wird?

Dann gilt vor allem eines: nicht in Panik geraten – aber das Thema auch nicht auf die lange Bank schieben.

Ein erhöhter Feuchtigkeitswert bedeutet zunächst, dass genauer hingeschaut werden muss. Entscheidend ist, wo die Feuchtigkeit festgestellt wurde, wie hoch die Werte sind und woher sie kommt.

Die Ursache muss gefunden und behoben werden. Einfach die sichtbare Stelle zu trocknen, reicht nicht unbedingt aus, wenn weiterhin Wasser eindringen kann.

Je früher eine Undichtigkeit entdeckt wird, desto größer ist die Chance, dass der Schaden überschaubar bleibt.

Genau hier zeigt sich auch der eigentliche Wert der Dichtigkeitsprüfung. Sie soll nicht beweisen, dass der Wohnwagen perfekt ist. Sie soll helfen, Probleme zu erkennen, bevor aus ihnen ein richtig großes Problem wird.

Kann man die Dichtigkeitsprüfung selbst durchführen?

Man kann den Wohnwagen natürlich regelmäßig selbst kontrollieren – und das würden wir sogar empfehlen.

Ein Blick auf die Außenhaut, Dichtungen, Fenster, Dachluken und Klappen gehört für uns zu einer vernünftigen Wohnwagenpflege dazu. Auch im Innenraum sollte man aufmerksam sein. Gibt es ungewöhnliche Gerüche? Hat sich irgendwo etwas verfärbt? Wirkt eine Wand oder Decke anders als früher?

Solche Eigenkontrollen ersetzen allerdings nicht automatisch eine professionelle Dichtigkeitsprüfung.

Gerade weil Feuchtigkeit nicht unbedingt dort sichtbar wird, wo sie in den Wohnwagen gelangt, sind Erfahrung und geeignete Messgeräte hilfreich.

Unsere eigene Faustregel wäre deshalb: Selbst regelmäßig hinschauen – und die professionelle Prüfung trotzdem ernst nehmen.

Besonders wichtig nach dem Winter

Nach der Winterpause lohnt sich ein genauer Blick auf den Wohnwagen ohnehin.

Der Winter bringt besondere Belastungen für Materialien und Dichtungen mit sich. Wenn der Wohnwagen mehrere Monate gestanden hat, ist das ein guter Zeitpunkt, einmal bewusst durch das Fahrzeug zu gehen.

Bevor es wieder auf die erste große Tour geht, schauen wir deshalb lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

Denn nichts ist ärgerlicher, als im Urlaub festzustellen, dass irgendwo Wasser eingedrungen ist. Vor allem dann nicht, wenn man gerade eigentlich nur die Füße hochlegen, den Kaffee aufsetzen und endlich losfahren wollte.

Dichtigkeitsprüfung ist Vorsorge – keine lästige Pflicht

Ein Wohnwagen ist für uns vor allem eines: Freiheit auf vier Rädern. Wir wollen damit unterwegs sein, neue Orte entdecken und möglichst wenig Zeit mit Dingen verbringen, die eigentlich keinen Spaß machen.

Trotzdem gehören Wartung und Kontrolle einfach dazu.

Die Dichtigkeitsprüfung ist dabei ein bisschen wie eine Versicherung gegen eine böse Überraschung. Sie verhindert nicht automatisch jede Undichtigkeit. Aber sie kann dabei helfen, Feuchtigkeit frühzeitig zu entdecken.

Und gerade bei einem Wohnwagen gilt: Je früher man ein Problem findet, desto besser.

Deshalb würden wir die Dichtigkeitsprüfung nicht als lästige Pflicht betrachten, sondern als Teil einer guten Wohnwagenpflege. Ein Termin, ein bisschen Zeit und im besten Fall die beruhigende Nachricht: Alles trocken.

Und mal ehrlich – genau diese Nachricht hört man doch beim Wohnwagen am liebsten.

Unsere Checkliste vor der Dichtigkeitsprüfung

Ein paar Dinge könnt ihr bereits selbst erledigen:

So wird aus der Dichtigkeitsprüfung keine reine Pflichtveranstaltung, sondern ein sinnvoller Bestandteil der regelmäßigen Wohnwagenpflege.

Denn am Ende wollen wir doch alle dasselbe: einen trockenen Wohnwagen, einen gepackten Kühlschrank und möglichst schnell wieder raus auf die Straße.

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