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Zwischen kleinen Pannen und großen Sommermomenten – Camping De Leistert

Manchmal beginnt ein Campingtrip nicht mit Ruhe und Ankommen – sondern mit einem kleinen Schreckmoment. Und genau so startete unser Abenteuer im Camping De Leistert. Aber wie so oft sind es gerade diese unerwarteten Geschichten, die am Ende bleiben.

Tag 1: Ein holpriger Start, ein lebendiger Platz und Begegnungen, die bleiben

Die Anreise hatte es in sich. Irgendwo auf der Strecke passierte das, womit man wirklich nicht rechnet: Ein Spiegel flog weg. Einer dieser Momente, in denen das Herz kurz aussetzt und man sofort merkt, wie gefährlich so eine Situation werden kann. Anhalten, sichern – alles mit einem mulmigen Gefühl im Bauch. Die Spiegel provisorisch gerichtet und weiter ging es. Kein schöner Start, aber einer, der uns sofort wieder bewusst gemacht hat, wie wichtig Aufmerksamkeit unterwegs ist.

Da wir uns nicht mehr nur auf die Halterung verlassen wollten, haben wir zusätzlich mit Klebeband nachgeholfen.

Umso größer war die Erleichterung, als wir schließlich am Camping De Leistert ankamen. Durchatmen. Ankommen. Und dann: eintauchen.

Schon die ersten Schritte über den Platz haben gezeigt, dass dieser Ort eine ganz eigene Energie hat. Groß, lebendig, fast schon wie eine kleine Stadt. Überall Bewegung, Stimmen, Kinderlachen. Und mittendrin die Plaza – ein Ort, der alles vereint, was man sich auf einem Campingplatz kaum vorstellen kann: ein Indoorspielplatz, Hyper Bowling und ein Supermarkt, der alles bisher Dagewesene übertroffen hat. Ehrlich, wir haben noch nie so einen riesigen Campingplatz-Supermarkt gesehen.

Natürlich zog es uns auch direkt ins Schwimmbad – oder besser gesagt: in die Wasserwelt. Freibad, ein großer Wasserspielteich, ein Floß, das man selbst über das Wasser zieht, und ein kleiner Bachlauf, in dem sich Dinosaurier verstecken. Es fühlte sich ein bisschen an wie eine Mischung aus Abenteuerpark und Sommerurlaub aus der Kindheit.

Am Nachmittag wurde es dann persönlich. Eva von @czamping, die wir während des Obelink Erlebnisses kennengelernt hatten, kam vorbei, und plötzlich waren wir mitten in Gesprächen, die sich anfühlten wie ein Wiedersehen nach viel zu langer Zeit (es waren keine zwei Wochen). Erinnerungen wurden ausgepackt, Geschichten geteilt – und irgendwo zwischen all dem haben wir eine Flasche alkoholfreien Sekt geleert. Einer dieser leisen, wertvollen Momente. Eva erzählte uns auch von dem schönsten Wohnwagen auf dem Campingplatz: ein liebevoll dekorierter Beachy.

Und so hielt der Abend direkt das nächste Highlight bereit: Wir lernten die Besitzer des Beachys, Jeannine und Paul von @beachy.lotte, kennen. Und was sollen wir sagen? Sie haben vermutlich wirklich den schönsten Wohnwagen auf dem ganzen Platz. So liebevoll gestaltet, so durchdacht – man konnte sich kaum sattsehen. Gespräche, Inspiration, dieses typische „Man versteht sich einfach“-Gefühl.

Ein Tag, der mit einem Schreck begonnen hat, endete mit genau dem, was Camping für uns ausmacht: Begegnungen.


Tag 2: Sommer im Kopf, Wasser auf der Haut und ein Abend, den man nicht plant

Der zweite Tag fühlte sich an wie das, was man sich unter einem perfekten Campingtag vorstellt. Kein Stress, kein Plan – nur dieses leise Gefühl von Freiheit.

Natürlich ging es wieder ins Schwimmbad. Das Wasser, die Sonne, das Lachen um uns herum – alles wirkte plötzlich ganz leicht. Wir haben uns treiben lassen, sind immer wieder ins Wasser gesprungen und haben einfach den Moment genossen.

Dazwischen: lesen. Einfach mal wieder ein paar Seiten verschlingen, während irgendwo im Hintergrund das Leben auf dem Campingplatz weiterläuft. Kinder, die spielen. Fahrräder, die vorbeirattern. Gespräche, die wie ein leises Rauschen wirken.

Es war einer dieser Tage, an denen nichts Spektakuläres passiert – und genau deshalb alles perfekt ist.

Bis der Abend kam.

Wie aus dem Nichts zog der Himmel zu, und was zunächst nach einem kurzen Schauer aussah, entwickelte sich zu einem kleinen, wilden Spektakel. Dicker Hagel prasselte herunter, laut, überraschend und irgendwie beeindruckend. Überall auf dem Platz sah man Menschen, die lachend oder fluchend ihre Markisen und Vorzelte festhielten, versuchten, alles zu sichern – und dabei den Moment oftmals mit Humor nahmen. Genau diese Mischung aus Improvisation und Gelassenheit macht Camping so besonders.

Und dann, fast genauso plötzlich, wie der Sturm gekommen war, war er auch wieder vorbei.

Zurück blieb diese frische, klare Luft – und ein Abend, der ruhiger kaum sein konnte. Wir saßen zusammen, ein Glas Wein in der Hand, umgeben von warmem Makramee-Kerzenschein. Alles wirkte plötzlich langsamer, weicher, fast ein bisschen magisch.

Feels like summer.

Gibt es etwas gemütlcheres als Camping-Abende?

Tag 3: Abschied mit Wehmut – und ein Moment, den man niemandem wünscht

Der letzte Tag begann leise. Diese besondere Stimmung, die nur Abreisetage haben. Ein bisschen langsamer, ein bisschen bewusster – und immer mit dieser leichten Wehmut im Gepäck.

Bevor es endgültig losging, sind wir noch einmal über den Platz geschlendert. Vorbei an vertrauten Wegen, ein letztes Mal die Atmosphäre aufsaugen, dieses wuselige Leben beobachten, das uns die letzten Tage begleitet hat. Natürlich durfte auch ein letzter Stopp im Shop nicht fehlen – Snacks für die Heimfahrt, ein kleines Stück Campinggefühl zum Mitnehmen.

Die Heimreise selbst verlief ruhig. Fast schon unspektakulär – bis wir zu Hause ankamen.

Unser Wohnwagen war bereits auf dem Bauernhof abgestellt, und wir wollten nur noch die letzten Sachen mit dem Dachzelt-Anhänger holen. Ein kurzer, routinierter Moment – dachten wir.

Doch dann passierte es.

Ein anderer Wohnwagen sollte neben uns eingeparkt werden. Und plötzlich ging alles ganz schnell: Er raste in unseren Anhänger. Ein lauter Moment, ein kurzer Schock – und sofort dieses beklemmende Gefühl danach.

Am Ende hatten wir noch Glück im Unglück: Bei uns blieb es „nur“ bei einem kaputten Rücklicht des Anhängers. Doch der andere Wohnwagen wurde dabei regelrecht aufgeschlitzt.

Der andere Wohnwagen wurde regelrecht aufgeschlitzt.

Ein Anblick, der weh tut. Und ein Moment, den man wirklich niemandem wünscht.

So endete diese Reise anders als gedacht. Und doch bleibt, wenn man ehrlich ist, viel mehr hängen als dieser eine Vorfall: die Begegnungen, das Lachen, die kleinen und großen Momente dazwischen.

Denn genau das ist es, was bleibt.

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