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Lange Strecken mit dem Wohnwagen

Reisetage im Wohnwagen haben oft einen schlechten Ruf. Stressig, lang, anstrengend – vor allem mit Kind und Hund. Für uns sind sie vor allem eines: effizient, gut vorbereitet und erstaunlich entspannt. Kein Sightseeing, kein großes Programm. Einfach Strecke machen, ankommen, durchatmen.

So sieht ein typischer Reisetag bei uns aus.

Alles gepackt – schon am Vortag

Der wichtigste Teil unseres Reisetags findet eigentlich an den Tagen davor statt. Der Wohnwagen ist komplett gepackt, Kleidung sortiert, Kühlschrank gefüllt. Snacks liegen bereit, der Omnia ist mit einem ersten Gericht vorbereitet und wartet abgedeckt im Kühlschrank nur noch darauf, abends warm gemacht zu werden. Im Auto sind Getränke und Snacks strategisch platziert, die Reiseplaylist ist mit Musik und Podcasts gefüllt und Unterhaltung in Form von Büchern und Reisespielen liegt für das Camperkind griffbereit.

Diese Vorbereitung ist Gold wert – denn am Reisetag selbst wollen wir nicht denken, sondern fahren.

Früher Start: Wenn andere noch schlafen

Unser Wecker klingelt früh. Sehr früh. Je nach Strecke stehen wir zwischen 3 und 5 Uhr morgens auf. Klingt brutal – ist aber unser Geheimrezept. Die Straßen sind leer, das Kind schläft oft noch ein, und wir kommen einfach gut voran.

Ein schneller Kaffee, letzte Handgriffe, und dann geht es los. Während draußen langsam der Tag erwacht, rollen wir Kilometer um Kilometer Richtung Ziel.

Je nach Reiseziel kann es auch sein, dass wir Spätabends los- und entsprechend durch die Nacht fahren. Dies ist abhängig vom Abreisetag (Wochentag) und der genauen Streckenplanung.

Strecke machen – mit Pausen für Kind und Hund

Unser Fokus liegt klar auf der Strecke. Wir fahren konzentriert, ruhig und mit regelmäßigen Pausen.
Rastplätze sind dabei völlig ausreichend: kurz raus, Beine vertreten, Hund schnüffeln lassen, Kind bewegen. Kein Druck, kein Zeitplan – wir hören auf unser Bauchgefühl.

Snacks haben wir immer im Auto griffbereit. Das erspart unnötige Stopps. Und ein kleines Highlight wartet schon im Wohnwagen: Eis im Tiefkühler – Motivation pur am späten Nachmittag und wesentlich günstiger als an der Tankstelle oder am Rastplatz gekauft. Gleiches gilt übrigens für Kaffee. Wir schwören auf unsere akkubetriebene Kaffeemaschine. Wir haben sie euch unter unseren Camping-Must-Haves verlinkt.

Ankunft am Zwischen-Campingplatz

Wenn wir ein Reiseziel ansteuern, dass mehrere hundert oder sogar tausende Kilometer entfernt ist, geht es ohne Zwischenübernachtung einfach nicht. Aus Sicherheits- und Bequemlichkeitsgründen planen wir Campingplätze für die Zwischenübernachtung ein. Meist erreichen wir diese am frühen Abend oder späten Nachmittag. Der Platz muss für uns kein Luxusresort sein. Ein kleiner, familär betriebener Campingplatz oder in Frankreich ein „Camping municipal“ reicht meist aus. Wichtig sind andere Dinge:

  • sauber und gepflegt
  • gut erreichbar von der Autobahn
  • freundlich im Empfang
  • gerne ein kleiner Ausgleich für das Kind nach langer Fahrt

Ein Spielplatz oder ein kleiner Pool reichen völlig aus. Es geht nicht ums Erkunden – sondern ums Runterkommen nach einem langen Fahrtag. In der Hauptsaison planen wir die Durchreisecampingplätze von vorne herein mit ein und buchen sie im voraus. In den Nebensaisons schauen wir oft spontan mit Hilfe von Apps (auch diese sind unter unseren Camping-must-haves verlinkt), welche Plätze in der Nähe liegen.

Minimaler Aufbau – maximal entspannt

Der Aufbau ist bei uns an diesen Tagen bewusst sporadisch. Stützen runter, Strom an ist das Wichtigste. Wenn überhaupt, stellen wir Tisch und Stühle vor den Wohnwagen. Kein Vorzelt, kein großes Ausräumen. Wir bleiben meist nur eine Nacht – alles andere wäre unnötiger Aufwand. Diese Reduktion macht den Reisetag so angenehm. Weniger tun, mehr ankommen.

Auf der Durchreise muss nicht immer ein Vorzelt aufgebaut werden

Abendessen ohne Stress

Kochen? Ja. Aber bitte einfach.
Unser Abendessen ist vorbereitet: Der Omnia steht fertig im Kühlschrank, muss nur noch auf den Herd. Besonders praktisch sind die für den Omnia passenden Silikonhauben. Das Essen übersteht so auch lange Fahrten auslaufsicher im Kühlschrank. Unser Favorit: eine vorbereitete Gemüselasagne. Sie zieht gut durch, ist gesund und schnell gemacht. Während das Essen warm wird, duschen wir abwechselnd – frisch geduscht fühlt sich selbst ein einfacher Campingplatz gleich viel besser an.

Danach: essen, kurz zusammensitzen, vielleicht noch eine Runde über den Platz laufen.

Und wenn die Vorbereitung einmal doch nicht geklappt hat darf es auch mal die Pizza vom Campingplatz sein.

Wer zuhause die erste Mahlzeit vorkocht spart Nerven am Reisetag

Früh ins Bett – bereit für den nächsten Tag

Kein langes Sitzen, kein Lagerfeuer. Wir kriechen früh ins Bett – müde, zufrieden und bereit für die nächste Etappe. Denn am nächsten Morgen wartet nach dem Frühstück die Rest- oder nächste Teilstrecke auf uns.

Und genau so soll es sein.

Warum wir auch Anreisetage lieben

Unsere Reisetage sind kein notwendiges Übel. Sie sind Teil des Urlaubs.
Durch gute Vorbereitung, frühes Aufstehen und bewusste Reduktion bleibt genug Energie für das, was wirklich zählt: ankommen, zur Ruhe kommen und gemeinsam unterwegs sein.

Vielleicht sieht euer Reisetag ganz anders aus – aber vielleicht findet ihr euch in manchen Momenten wieder. Und genau darum geht es beim Reisen im Wohnwagen.


Extra

Unsere liebsten Zwischenstopps in Frankreich

Frankreich ist unser absolutes Lieblingsreiseland. Zwei Campingplätze sind für uns perfekte Zwischenstopps geworden – gerade für lange Strecken Richtung Süden oder Atlantikküste:

Bei Dijon: Camping Fil de l’Eau

Ein echter Glücksgriff auf dem Weg nach Süden.
Der Campingplatz liegt ideal für die Weiterreise und wird familiär geführt. Besonders außergewöhnlich: eine Wakeboard-Anlage direkt am Platz – spannend zum Zuschauen, auch wenn man selbst nicht aufs Board steigt. Für Kinder gibt es einen Spielplatz mit abwechslungsreicher Tramnpolinanlage. Wir lieben den Platz aus folgenden Gründen:

  • ruhige, angenehme Atmosphäre
  • sauber und gepflegt
  • perfekt gelegen für Durchreisende
  • trotzdem mehr als nur „Übernachten“

Ein Zwischenstopp, der sich fast wie ein Mini-Urlaub anfühlt.

Bei Bordeaux: Yelloh! Village Saint-Émilion

Auf dem Weg Richtung Atlantikküste machen wir hier besonders gerne Halt. Mitten im Weinbaugebiet gelegen, ist dieser Platz ideal für Familien.

Highlights:

  • großartiger Pool mit Wasserspielplatz
  • kostenlose Tretboote
  • tolle Pizzeria direkt auf dem Platz
  • sehr freundlicher Empfang
  • gepflegte, hochwertige Anlagen

Ein perfekter Ort, um nach einem langen Fahrtag kurz durchzuatmen – für Erwachsene genauso wie für Kinder.

Unsere liebsten Zwischenstopps in Deutschland

Auch innerhalb Deutschlands haben wir über die Jahre Campingplätze gefunden, die sich perfekt als Zwischenstopp eignen – unkompliziert, sauber und mit genau dem richtigen Maß an Abwechslung nach einem langen Fahrtag.

Von Norden kommend

Campingpark Südheide
Ruhig gelegen, sehr gepflegt und ideal, um nach vielen Kilometern erst einmal anzukommen. Perfekt für Familien, mit viel Platz zum Durchatmen und einer angenehmen Atmosphäre für eine entspannte Nacht. Außerdem ist ein Naturschwimmteich vorhanden.

Wulfener Hals (Fehmarn)
Ein Klassiker – und das völlig zurecht. Großzügige Anlage, Meerluft inklusive und genug Angebot, damit Kind und Hund sich nach der Fahrt austoben können. Ein Zwischenstopp, der sich wie Urlaub anfühlt.

Von Süden kommend

Camping am Rhein – Rüdesheim
Direkt am Rhein gelegen, wunderbar unkompliziert und ideal für die Durchreise. Kurzer Spaziergang am Wasser, Abendessen im Wohnwagen und früh ins Bett – genau so, wie wir es mögen. Weinverkostung schon fast ein Muss.

Campingpark Oberrhein
Sehr gut angebunden, modern und sauber. Ein perfekter Platz, um Kraft für die nächste Etappe zu sammeln, ohne viel aufzubauen oder lange Wege in Kauf zu nehmen. Schwimmmöglichkeiten in Naturseen.

Diese Zwischenstopps machen lange Fahrten deutlich angenehmer – und zeigen, dass ein Reisetag nicht spektakulär sein muss, um sich gut anzufühlen.

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