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Staukasten

Wer unseren Artikel zur Zuladung beim Wohnwagen gelesen hat, weiß bereits: Jedes Kilo zählt. (Wer ihn nicht gelesen hat, findet ihn hier). Doch während wir Camper oft darüber nachdenken, welche Dinge wirklich mit in den Urlaub müssen, gerät ein Bereich erstaunlich häufig in Vergessenheit: der Staukasten.

Dabei hat genau dieser kleine Stauraum einen größeren Einfluss auf das Fahrverhalten unseres Wohnwagens, als viele vermuten würden.

Wir müssen zugeben: Auch bei uns sah der Staukasten am Anfang eher nach dem Motto „Hauptsache rein damit“ aus. Auffahrkeile, Werkzeug, Kabeltrommel, Adapter, Spanngurte und der Gummihammer wurden einfach verstaut, bis die Klappe gerade noch zuging.Zum Glück haben wir uns dann doch recht schnell intensiver mit Zuladung, Stützlast und Fahrsicherheit beschäftigt und uns wurde klar, wie wichtig eine durchdachte Organisation an dieser Stelle tatsächlich ist.

Denn der Staukasten ist weit mehr als nur ein praktischer Aufbewahrungsort. Er beeinflusst die Stützlast, die Gewichtsverteilung und letztlich die Sicherheit des gesamten Gespanns. Deshalb lohnt es sich, hier genauer hinzuschauen.

Warum der Staukasten beim Wohnwagen so wichtig ist

Bei den meisten Wohnwagen befindet sich der Staukasten direkt an der Deichsel. Genau dort wirkt sich jedes zusätzliche Kilogramm besonders stark auf die Stützlast aus.

Eine ausreichend hohe Stützlast sorgt dafür, dass der Wohnwagen ruhiger hinter dem Zugfahrzeug läuft und weniger anfällig für Pendelbewegungen wird. Das ist grundsätzlich positiv. Allerdings bedeutet das nicht, dass wir den Staukasten einfach mit allem Schweren vollpacken sollten.

Zwei Gasflaschen, Auffahrkeile, Werkzeug, Kabeltrommel, Adapter, Spanngurte und vielleicht noch ein paar Getränkeflaschen summieren sich schnell. Viele Camper sind überrascht, wie viel Gewicht sich allein in diesem Bereich ansammelt.

Wer den Staukasten unüberlegt belädt, riskiert schnell eine zu hohe Stützlast oder eine ungünstige Gewichtsverteilung. Beides kann sich negativ auf das Fahrverhalten auswirken.

Die häufigsten Fehler beim Beladen des Staukastens

Gerade weil der Staukasten so praktisch erreichbar ist, landet dort oft alles, was unterwegs gebraucht werden könnte. Das führt häufig zu denselben Problemen.

Alles Schwere nach vorne

Der wohl häufigste Fehler besteht darin, sämtliche schweren Gegenstände im vorderen Bereich des Wohnwagens zu verstauen.

Auf den ersten Blick erscheint das logisch. Schließlich ist dort Platz vorhanden und die Dinge sind schnell griffbereit. Doch genau dadurch steigt die Stützlast immer weiter an.

Wir achten mittlerweile bewusst darauf, schwere Gegenstände möglichst gleichmäßig im Wohnwagen zu verteilen und nicht automatisch alles im Staukasten unterzubringen.

Lose Gegenstände

Wer kennt es nicht? Nach der Ankunft öffnen wir den Staukasten und die Kabeltrommel hat sich selbstständig gemacht. Der Wasserschlauch liegt quer über allem anderen und irgendwo darunter verstecken sich die Auffahrkeile.

Was auf dem Campingplatz nur lästig ist, kann während der Fahrt zum Sicherheitsproblem werden. Bei einer Vollbremsung wirken enorme Kräfte auf die Ladung. Gegenstände, die sich bewegen können, tun das auch.

Chaos statt System

Je voller der Staukasten wird, desto schwieriger wird es, einzelne Dinge wiederzufinden.

Wir haben früher regelmäßig den halben Staukasten ausgeräumt, nur um einen bestimmten Adapter oder ein Ersatzteil zu suchen. Das kostet Zeit und sorgt meist genau dann für Frust, wenn man eigentlich nur schnell aufbauen möchte. Wie wir dieses Problem gelöst haben, erklären wir später noch.

Ladungssicherung im Wohnwagen wird oft unterschätzt

Wenn von Ladungssicherung die Rede ist, denken viele zunächst an Lkw oder Transporter. Tatsächlich betrifft das Thema aber jeden Wohnwagenfahrer.

Während der Fahrt wirken starke Beschleunigungs- und Bremskräfte auf die Ladung. Selbst Gegenstände, die vergleichsweise leicht erscheinen, können dabei erhebliche Kräfte entwickeln.

Deshalb achten wir darauf, dass im Staukasten nichts frei herumliegen kann.

Besonders bewährt haben sich dabei:

  • stabile Kunststoffboxen
  • Antirutschmatten
  • Spanngurte
  • feste Trennwände oder Unterteilungen
  • formschlüssiges Verstauen schwerer Gegenstände

Je weniger Bewegungsfreiheit einzelne Dinge haben, desto sicherer sind sie während der Fahrt untergebracht.

Unser Ordnungssystem für den Staukasten

Nach vielen Reisen haben wir irgendwann festgestellt, dass wir immer wieder dieselben Dinge gesucht haben. Also haben wir uns ein einfaches Ordnungssystem geschaffen, das bis heute funktioniert.

Der Grundgedanke ist simpel:

Jeder Gegenstand hat seinen festen Platz.

Anstatt alles lose zu verstauen, arbeiten wir mit mehreren Boxen.

Stabile Boxen, die sich bei Bedarf auch zusammenfalten lassen, sichern die Ladung und sorgen für Ordnung
Box Nummer 1: Strom

Hier landen alle Komponenten rund um die Stromversorgung:

  • Kabeltrommel
  • CEE-Kabel
  • Adapter
  • Verlängerungskabel
  • Mehrfachsteckdosen

Wenn wir auf dem Campingplatz ankommen, müssen wir nur diese eine Box herausnehmen und haben alles griffbereit.

Box Nummer 2: Wasser

In dieser Box befinden sich:

  • Wasserschlauch
  • verschiedene Anschlüsse
  • Gardena-Adapter
  • Wasserfilter
  • Dichtungen

Gerade bei wechselnden Campingplätzen spart das eine Menge Sucherei.

Box Nummer 3: Werkzeug und Technik

Hier verstauen wir:

  • Bordwerkzeug
  • Kabelbinder
  • Klebeband
  • Ersatzsicherungen
  • Multitool
  • kleine Ersatzteile

So wissen wir jederzeit, wo sich die Dinge befinden, die man hoffentlich selten braucht, im Ernstfall aber schnell finden möchte.

Box Nummer 4: Reinigung

In dieser Kiste ist zu finden:

  • Putzmittel
  • Toiletten-Chemie
  • Falteimer
  • Schwämme
  • Ersatz-Gummihandschuhe

Besonders, wenn wir die Wohnwagen für die nächste Fahrt fit machen, hat sich diese Box bewährt.

Box Nummer 5: Deko & Sonstiges

Hier verstauen wir:

  • Lichterketten
  • Outdoor-Spiele
  • diverse Kleinigkeiten

Im Prinzip alles, was noch übrig bleibt.

Was gehört überhaupt in den Staukasten?

Nicht alles, was hineinpasst, sollte dort auch dauerhaft transportiert werden.

Gut geeignet sind beispielsweise:

  • Auffahrkeile
  • Stromzubehör
  • Wasserschläuche
  • Adapter
  • Spanngurte
  • kleinere Werkzeuge
  • Ersatzteile

Weniger geeignet sind dagegen:

  • Getränkekisten
  • große Werkzeugkoffer
  • schwere Vorräte
  • Sackware wie Grillkohle
  • besonders schwere Campingmöbel

Solche Gegenstände lassen sich meist besser in Achsennähe verstauen. Dort beeinflussen sie das Fahrverhalten deutlich weniger.

Der Gaskasten: Kein zusätzlicher Stauraum

Gerade bei Wohnwagen mit großzügigem Stauraum an der Deichsel verschwimmen die Grenzen zwischen Staukasten und Gaskasten schnell. Doch hier ist Vorsicht geboten: Der Gaskasten ist in erster Linie für die Gasflaschen und das dazugehörige Zubehör vorgesehen – nicht als zusätzlicher Lagerraum für Campingausrüstung.

Auch wir haben anfangs gedacht, dass neben den Gasflaschen doch noch genügend Platz für Auffahrkeile, Adapter oder andere Kleinigkeiten wäre. Tatsächlich sollte der Bereich aber möglichst frei bleiben. Zum einen müssen Gasflaschen jederzeit sicher befestigt sein und dürfen sich während der Fahrt nicht bewegen. Zum anderen befinden sich im Gaskasten Belüftungsöffnungen, die keinesfalls verdeckt werden dürfen.

Außerdem lohnt sich ein Blick auf das Gewicht. Zwei volle 11-Kilo-Gasflaschen bringen bereits ordentlich Masse direkt auf die Deichsel. Wer zusätzlich schwere Gegenstände im Gaskasten verstaut, erhöht die Stützlast oft stärker als gedacht.

Wir nutzen den Gaskasten daher ausschließlich für alles, was unmittelbar zur Gasanlage gehört. Dazu zählen beispielsweise die Gasflaschen selbst, eine Ersatzdichtung oder bei Bedarf ein passender Gasschlüssel. Alles andere findet seinen Platz im eigentlichen Staukasten oder an einer anderen Stelle im Wohnwagen.

Unser Tipp: Kontrolliert vor jeder Reise kurz, ob die Gasflaschen fest verzurrt sind, die Ventile geschlossen wurden und keine Gegenstände die Belüftungsöffnungen blockieren. Das dauert nur wenige Sekunden und sorgt für ein gutes Gefühl auf der Fahrt.

So sollte ein Gaskasten nicht aussehen. Auch hier gilt: nur weil Platz da ist, sollte er nicht unbedingt genutzt werden.

Die goldene Regel bei der Gewichtsverteilung

Wenn wir aus allen Erfahrungen der letzten Jahre eine einzige Regel ableiten müssten, dann wäre es diese:

Schwere Gegenstände gehören möglichst tief und möglichst nah an die Achse.

Dadurch bleibt der Wohnwagen stabiler und die Gewichtsverteilung günstiger.

Der Staukasten sollte deshalb nicht als Lagerfläche für sämtliche Schwergewichte dienen. Viel sinnvoller ist es, dort die Dinge unterzubringen, die wir unterwegs oder bei der Ankunft regelmäßig benötigen.

Unser 2-Minuten-Check vor jeder Abfahrt

Bevor wir losfahren, werfen wir noch einmal einen kurzen Blick in den Staukasten.

Dabei prüfen wir:

  • Sind alle Boxen geschlossen?
  • Kann nichts rollen oder verrutschen?
  • Liegt schweres Material möglichst tief?
  • Ist die Stützlast noch im zulässigen Bereich?
  • Sind häufig benötigte Gegenstände schnell erreichbar?

Dieser kleine Kontrollgang dauert kaum zwei Minuten, gibt uns aber ein deutlich besseres Gefühl für die bevorstehende Fahrt.

Fazit: Ein aufgeräumter Staukasten fährt mit

Der Staukasten wird beim Camping oft als reiner Stauraum betrachtet. Für uns gehört er inzwischen zu den Bereichen, denen wir vor jeder Reise besondere Aufmerksamkeit schenken.

Denn eine gute Organisation spart nicht nur Zeit auf dem Campingplatz. Sie sorgt auch dafür, dass die Stützlast stimmt, die Ladung sicher verstaut ist und unser Wohnwagen ruhig hinter dem Zugfahrzeug läuft.

Und mal ehrlich: Es fühlt sich einfach besser an, nach der Ankunft direkt den richtigen Adapter, den Wasserschlauch oder die Auffahrkeile griffbereit zu haben, statt erst den halben Staukasten auszuräumen.

Ordnung im Staukasten klingt vielleicht nicht besonders spannend. Auf langen Reisen macht sie aber einen erstaunlich großen Unterschied. Und genau diese kleinen Dinge sind es oft, die Camping entspannter machen.

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mail@sachenpackenundlos.de

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