×

Nach drei Wochen Südfrankreich kommt irgendwann der Moment, an dem der Urlaub langsam Richtung Heimat rollt.

Wobei „langsam“ in unserem Fall nicht ganz das richtige Wort ist. Die erste Etappe von Südfrankreich bis Luxemburg legten wir ziemlich konsequent an einem Tag zurück. Danach wollten wir es etwas gemütlicher angehen lassen und noch einen kleinen Zwischenstopp in Tecklenburg einlegen.

Denn wenn man schon wieder in Richtung Heimat unterwegs ist, muss man ja nicht gleich wieder zu Hause sein.

Tag 1 – Ein langer Fahrtag und ein Tipp aus der Community

Nach drei Wochen Urlaub in Südfrankreich hieß es Abschied nehmen. Wir hatten noch jede Menge Sonne, warme Tage und die Ardèche im Kopf und mussten nun Kilometer machen. Den ganzen Tag ging es durch Frankreich in Richtung Norden, bis wir am Abend schließlich Luxemburg erreichten.

Unser Ziel für die Nacht: der Campingplatz Kockelscheuer.

Den Platz hatten wir übrigens nicht selbst ausgesucht. Unsere Instagram-Community hatte ihn uns für die Durchreise empfohlen – und manchmal sind solche Tipps genau das, was man unterwegs braucht. Für eine Zwischenübernachtung erwies sich der Campingplatz als angenehm und unkompliziert. Einfach aber völlig in Ordnung. Nach dem langen Fahrtag wollten wir ohnehin nicht mehr viel unternehmen. Ankommen, Wohnwagen abstellen, Füße hoch. Und vielleicht noch einmal kurz realisieren, dass der Urlaub tatsächlich langsam zu Ende geht.

 Campingplatz Kockelscheuer
Camping Kockelscheuer war ein Community-Tipp

Tag 2 – Ungeplantes Hobby-Treffen und ein Eis um Mitternacht

Von Luxemburg aus ging es am nächsten Tag schon früh weiter nach Tecklenburg. Was uns besonders auffiel: kaum Deutschen Boden unter den Rädern schon standen wir im Stau. Eine Baustelle reihte sich an die andere und wir kamen wesentlich langsamer voran als noch am Vortag. Trotzdem erreichten wir am Nachmittag endlich den Campingplatz in Tecklenburg.

Und kaum waren wir mit unserem Weinsberg auf dem Campingplatz angekommen, stellten wir fest: Wir waren offenbar mitten in einem Hobby-Treffen gelandet. Ungeplant, aber irgendwie passend.

Hobby Treffen Tecklenburg
Etwas abseits standen wir mit unserem Weinsberg Wohnwagen vom Hobby Treffen

Viel aufbauen wollten wir ohnehin nicht. Für einen kurzen Aufenthalt lohnt sich schließlich kaum der komplette Campingaufbau. Also blieb unser Stellplatz eher übersichtlich und wir machten uns stattdessen daran, den Campingplatz zu erkunden. Pool check. Campingplatz check.

Urlaubsmodus noch nicht ganz ausgeschaltet.

Am Abend ging es nach Lengerich zum Pizzaessen. Und dort gab es ein Wiedersehen, auf das wir uns nach fast drei Wochen Urlaub tatsächlich gefreut hatten: Wir trafen einen Teil unserer Familie wieder. Auch sie waren hierher angereist um die nächsten Tage mit uns hier zu verbringen. Nach so langer Zeit unterwegs fühlte sich das ein bisschen wie die erste Ankunft zu Hause an – nur eben noch nicht ganz.

Anschließend ging es trotz der späten Stunde noch nach Tecklenburg. Die kleine Stadt gehört für uns zu unseren Lieblingsstädten und so schlenderten wir am Abend noch durch die Straßen. Eigentlich wollten wir den Tag langsam ausklingen lassen. Eigentlich. Denn kurz vor Mitternacht entdeckten wir einen Eisautomaten an einer Eisdiele. Und natürlich konnten wir daran nicht einfach vorbeigehen. Zwei Eisbecher später standen wir da und staunten.

Mitten in der Nacht noch ein Eis aus dem Automaten zu ziehen, hatten wir definitiv nicht auf unserer Urlaubserlebnisliste stehen.

Aber genau solche Dinge bleiben hängen. Und es war erstaunlich gut.

In Tecklenburg bietet eine Eisdiele frische Eisbecher zu jeder Stunde an – wie bei einem gewöhnlichen Snack-Automaten erfolgt alles ganz automatisch

Tag 3 – Regen statt Südfrankreich und der Medicus auf der Freilichtbühne

Nach den vielen langen Fahrtagen und drei Wochen Südfrankreich stand heute erst einmal etwas ganz Wichtiges auf dem Programm: Ausschlafen. Danach erkundeten wir ein bisschen den Campingplatz. Viel mehr ließ das Wetter allerdings auch nicht zu. Regen. Und das war nach der Hitze der vergangenen Wochen zunächst einmal eine ziemlich ungewohnte Erfahrung. Irgendwie drückte das graue Wetter ein bisschen aufs Gemüt. Man ist gedanklich noch bei Sonne, warmen Abenden und Füßen im Fluss – und plötzlich sitzt man im Regen vor dem Wohnwagen.

Aber wir waren ja nicht nur zum Campen nach Tecklenburg gekommen. Am Abend stand ein ganz besonderes Programm auf dem Plan: die Freilichtbühne Tecklenburg. Bei strömendem Regen schauten wir uns „Der Medicus“ an.

Freilichtbühne im Regen – das klingt zunächst nicht unbedingt nach dem perfekten Musicalabend. Aber genau diese besondere Atmosphäre machte den Abend irgendwie unvergesslich. Während draußen der Regen fiel, wurde auf der Bühne gespielt, gesungen und erzählt. Und irgendwann war es auch egal, dass wir nass wurden. Wir waren wieder mittendrin im Urlaub.

Medicus Tecklenburg
Trotz Regen entführte uns der Medicus in den Orient

Tag 4 – Horror-Sanitär und Rocky im Unwetter

Auch der vierte Tag unserer Rückreise gehörte noch Tecklenburg.

Wir nutzten den Tag, um den Campingplatz genauer zu erkunden. Schließlich hatten wir am Anfang kaum etwas aufgebaut und wollten uns die Zeit nehmen, einmal wirklich alles anzuschauen. Dabei entdeckten wir auch eines der Sanitärgebäude. Und sagen wir es vorsichtig: Dieses Gebäude hätte durchaus als Kulisse für einen Horrorfilm durchgehen können. Später erfuhren wir, dass es eigentlich hätte geschlossen sein sollen. Das erklärte einiges. Aber Campingplätze sind manchmal eben genau für solche kleinen Überraschungen gut. Schade eigentlich, den der Campingplatz hat durchaus das Potenzial, ein großartiger Urlaubsort zu sein. Pool, Restaurant, nette Mitarbeiter und großzügige Parzellen bieten eine gute Grundlage. Umso mehr fanden wir es schade, dass einiges nicht in Schuss und sauber gehalten wurde.

Am Abend ging es wieder zur Freilichtbühne. Dieses Mal hieß es nicht Mittelalter und Abenteuer, sondern Boxhandschuhe an und Daumen drücken für Rocky. Wir fieberten schon das zweite Mal in dieser Saison bei „Rocky“ mit und warteten natürlich auf den legendären Boxkampf gegen Apollo Creed. Doch auch an diesem Abend meinte es das Wetter nicht besonders gut mit uns. Ein Unwetter zog auf und die Vorstellung musste sogar unterbrochen werden. Aber weder wir noch die Darsteller ließen uns so schnell unterkriegen. Nach der Unterbrechung ging es tapfer weiter.

Die Darsteller spielten trotz Regen überragend

Und irgendwann waren wir einfach nur noch komplett durchnässt. Also machten wir uns nach der Vorstellung auf den Weg zurück zum Wohnwagen. Nass bis auf die Knochen, aber irgendwie zufrieden. Vielleicht gehört genau das zu einem Freilichtbühnenbesuch in Deutschland dazu. Man sollte zumindest einen guten Regenponcho besitzen.

Tag 5 – Zuhause und direkt wieder unterwegs

Dann war er endgültig da: der letzte Tag unseres Urlaubs. Wohnwagen fertig machen, alles verstauen und Abschied nehmen von Tecklenburg. Nach der gemütlichen Zwischenstation ging es nun endgültig nach Hause.

Mittags kamen wir an. Und eigentlich hätte man jetzt wunderbar die Füße hochlegen, die Urlaubstasche auspacken und erst einmal ankommen können. Eigentlich. Denn unser Urlaub war noch nicht ganz vorbei.

Wir fuhren direkt weiter zum Caravan Salon Düsseldorf. Vom Campingplatz auf die Messe – irgendwie passte das sogar ziemlich gut. Drei Wochen Camping lagen hinter uns und kaum waren wir wieder zu Hause, standen wir schon wieder zwischen Wohnwagen, Campingzubehör und jeder Menge neuer Ideen.

Und vielleicht ist genau das das Schöne am Camping: Man kommt zwar irgendwann wieder nach Hause. Aber so richtig aufhören tut der Urlaub irgendwie nie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Autor

mail@sachenpackenundlos.de

Ähnliche Beiträge

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner