Regen beim Camping – und jetzt?
Manchmal ist Campingwetter eben so eine Sache. Der Wetterbericht verspricht Sonne, vielleicht ein paar Wolken – und kaum steht der Wohnwagen auf dem Stellplatz, zieht der Himmel zu. Erst ein paar Tropfen, dann Dauerregen. Der Grill bleibt eingepackt, die Campingstühle werden kurzerhand wieder unter die Markise gestellt und der geplante Ausflug sieht plötzlich auch nicht mehr ganz so verlockend aus.
Regen beim Camping muss trotzdem kein Grund sein, den Aufenthalt abzuschreiben. Im Gegenteil: Regentage können entschleunigen, für gemütliche Stunden im Wohnwagen sorgen und manchmal sogar dafür, dass man einen Campingplatz und seine Umgebung ganz anders erlebt. Vorausgesetzt, man macht das Beste daraus.
Wenn der Wetterbericht plötzlich eine andere Geschichte erzählt
Gerade beim Camping verlassen wir uns gerne auf den Wetterbericht. Schließlich entscheidet das Wetter darüber, ob wir draußen frühstücken, wandern, Rad fahren oder einfach den ganzen Tag vor dem Wohnwagen verbringen. Oder auch ob wir unser Vorzelt schon einen Tag vor der Abreise abbauen.
Nur: Wettervorhersagen sind keine Garantie. Wer schon häufiger mit dem Wohnwagen unterwegs war, kennt wahrscheinlich diese Situation: Beim Packen sieht die Wettervorhersage hervorragend aus. Vor Ort angekommen, ist von diesem Wetter nicht mehr viel übrig. Das ist besonders ärgerlich, wenn man für den Campingurlaub bestimmte Pläne gemacht hat.
Unser erster Gedanke ist deshalb inzwischen nicht mehr: Das Wetter ist schlecht. Sondern eher: Was können wir jetzt daraus machen? Denn genau das ist einer der großen Unterschiede zwischen einem verregneten Urlaub und einem verregneten Urlaub, an den man sich später trotzdem gerne erinnert.
Regentage brauchen einen Plan B
Ein bisschen Vorbereitung kann beim Camping erstaunlich viel ausmachen. Nicht unbedingt, indem man für jeden möglichen Regentag ein komplettes Alternativprogramm plant. Viel wichtiger ist es, ein paar Möglichkeiten im Hinterkopf zu haben.
Vielleicht gibt es in der Umgebung ein Museum, eine Therme, ein Hallenbad, eine sehenswerte Altstadt oder ein Café, das man bei Sonnenschein links liegen gelassen hätte. Auch überdachte Ausflugsziele können eine gute Alternative sein.
Und manchmal muss es gar kein großes Ausflugsprogramm sein. Ein Regentag kann genauso gut bedeuten, dass man einfach einmal länger im Wohnwagen bleibt. Lesen, Karten spielen, gemeinsam einen Film schauen oder sich Zeit für Dinge nehmen, für die im normalen Alltag oft wenig Platz bleibt. Gerade beim Camping ist das eigentlich gar keine schlechte Idee. Wer noch Inspirationen für Reisespiele sucht, wird hier fündig: Reisespiele: Spaß für unterwegs

Kochen statt Grillen
Für viele gehört gutes Essen genauso zum Camping wie der Wohnwagen selbst. Und natürlich ist Regen nicht gerade die beste Voraussetzung für einen gemütlichen Grillabend. Aber nur weil der Grill ausfällt, muss das Abendessen nicht aus Brot und Aufstrich bestehen.
Ein Regentag ist eine gute Gelegenheit, das Kochen im Wohnwagen oder auf der Campingküche etwas ausgiebiger zu gestalten. Ein warmes Gericht passt schließlich ziemlich gut zu grauem Himmel und prasselndem Regen. Unser Favorit bei schlechtem Wetter: Ofenkäse mit frischem Brot. Wärmt von innen und sorgt für Gemütlichkeit beim Teilen.
Auch Frühstück kann plötzlich ganz anders aussehen. Statt schnell draußen den Kaffee zu trinken, wird eben ausgiebig im Wohnwagen gefrühstückt. Dazu eine Tasse Tee oder Kaffee, während draußen die Regentropfen auf das Dach treffen. Und irgendwann stellt man fest: Eigentlich ist das gerade ziemlich gemütlich.
Beschäftigung bei Regen: Kleine Dinge statt großes Programm
Was macht man beim Camping, wenn draußen einfach nichts geht? Die Antwort muss nicht immer „Ausflug“ heißen.
Wir nehmen uns an Regentagen gerne bewusst Zeit für die kleinen Dinge. Ein gutes Buch, ein Spiel, Musik oder einfach ein langer Kaffee können schon reichen. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann natürlich ein paar Spiele oder Beschäftigungsmöglichkeiten einpacken, die sich auch auf kleinem Raum gut nutzen lassen.
Dabei hilft es, nicht den Anspruch zu haben, einen Regentag komplett verplanen zu müssen. Camping bedeutet schließlich auch, einmal nichts zu tun. Und vielleicht ist genau das die Beschäftigung, die im Urlaub ohnehin viel zu selten auf dem Programm steht.

Der Wohnwagen und die Feuchtigkeit: Jetzt wird richtig gelüftet
So gemütlich ein Regentag im Wohnwagen auch sein kann: Feuchtigkeit sollte man nicht unterschätzen. Nasse Jacken, Schuhe, Handtücher und die feuchte Luft vom Kochen oder vom Aufenthalt im kleinen Innenraum sorgen schnell dafür, dass sich die Luftfeuchtigkeit erhöht. Gerade wenn mehrere Personen längere Zeit im Wohnwagen sitzen, kommt einiges zusammen.
Deshalb gehört Lüften auch bei schlechtem Wetter zum Camping dazu. Regelmäßiges Stoßlüften kann helfen, feuchte Luft nach draußen zu bringen. Nasse Kleidung und Schuhe sollten möglichst nicht dauerhaft im Wohnwagen trocknen, wenn sich das vermeiden lässt. Und auch beim Kochen sollte man darauf achten, dass die entstehende Feuchtigkeit nicht einfach im Innenraum bleibt. Dabei muss man natürlich nicht bei strömendem Regen stundenlang sämtliche Fenster geöffnet lassen. Viel sinnvoller ist es, gezielt und regelmäßig zu lüften.
Auch nach einem Regentag lohnt sich ein Blick auf den Innenraum: Sind Polster oder Teppiche feucht geworden? Haben sich irgendwo nasse Kleidungsstücke gesammelt? Gibt es Stellen, an denen sich Kondenswasser gebildet hat? Je früher man Feuchtigkeit bemerkt, desto einfacher lässt sie sich wieder in den Griff bekommen.
Achtung beim Vorzelt!
Natürlich sitzt man bei Regen am liebsten im warmen und trockenen. Dennoch sollte unbedingt auch immer ein Blick auf Vorzelt oder Markise geworfen werden. Läuft Wasser rein und trifft evtl. auf Strom, der im Vorzelt liegt? Kann das Wasser vom Vorzeltdach ablaufen oder bilden sich Pfützen, deren Gewicht das Vorzelt beschädigen kann?

Auch draußen gibt es bei Regen Möglichkeiten
Nicht jeder Regen ist automatisch Starkregen. Manchmal sind es nur einzelne Schauer oder ein grauer, feuchter Tag. Dann kann es sich lohnen, trotzdem einmal vor die Tür zu gehen. Mit der passenden Kleidung kann ein Spaziergang im Regen sogar richtig schön sein. Der Campingplatz wirkt plötzlich ruhiger, die Wege sind leerer und die Umgebung bekommt eine ganz andere Atmosphäre.
Natürlich gilt: Bei Gewitter, starkem Wind oder anderen Unwettern sollte man nicht auf Biegen und Brechen draußen bleiben. Sicherheit geht auch beim Camping vor. Aber zwischen „Sonnenschein“ und „Unwetter“ gibt es bekanntlich ziemlich viel Wetter dazwischen.

Die richtige Einstellung macht den Unterschied
Vielleicht ist das letztlich der wichtigste Punkt beim Camping im Regen: Man kann das Wetter nicht ändern. Natürlich darf man sich darüber ärgern. Wenn man sich auf einen bestimmten Ausflug gefreut hat und dieser ins Wasser fällt, ist das einfach enttäuschend. Aber danach kommt die entscheidende Frage: Was machen wir jetzt daraus?
Camping lebt ohnehin ein Stück weit davon, dass nicht alles nach Plan läuft. Der Stellplatz ist anders als erwartet, der Einkauf dauert länger, der Nachbar steht plötzlich näher als gedacht – und manchmal regnet es eben genau dann, wenn eigentlich die Sonne scheinen sollte. Wer für solche Situationen einen Plan B hat, nimmt sich selbst viel Druck. Und manchmal entstehen gerade aus diesen ungeplanten Tagen die schönsten Urlaubserinnerungen.

Unser Fazit: Regen gehört zum Camping dazu
Ein verregneter Campingtag ist nicht automatisch ein verlorener Urlaubstag. Er ist einfach ein anderer Campingtag.
Dann wird eben länger gefrühstückt, gekocht statt gegrillt, gespielt statt gewandert oder einfach gemütlich im Wohnwagen gesessen. Vielleicht geht es später doch noch für einen Spaziergang nach draußen oder man entdeckt in der Umgebung ein Ausflugsziel, das bei Sonnenschein gar nicht auf dem Plan gestanden hätte.
Wichtig ist vor allem, den Wohnwagen nicht dauerhaft in eine kleine Feuchtigkeitskammer zu verwandeln. Lüften, nasse Sachen im Blick behalten und nach dem Regen wieder für trockene Luft sorgen – dann steht einem gemütlichen Regentag nichts im Weg.
Und wer weiß: Vielleicht sitzt man irgendwann mit einer Tasse Kaffee im Wohnwagen, hört den Regen auf das Dach prasseln und denkt sich:
Eigentlich ist das gerade genau das, was Camping sein darf.
Autor
mail@sachenpackenundlos.de