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Es ist der zweite Urlaubstag. Der Grill glüht, die Kinder planschen im Pool, der Hund döst zufrieden unter der Markise. Endlich Urlaub! Und dann passiert es: Das Kind stürzt mit dem Roller, der Partner klagt über heftige Zahnschmerzen oder du wachst morgens mit Fieber auf. Plötzlich wird aus dem entspannten Campingurlaub eine kleine Herausforderung.

Die gute Nachricht: Mit einer gut ausgestatteten Reiseapotheke und etwas Vorbereitung lassen sich die meisten Situationen ganz entspannt meistern. Denn gerade beim Camping ist die nächste Apotheke oder Arztpraxis nicht immer direkt um die Ecke. Wer vorbereitet ist, spart sich Stress und kann den Urlaub oft schneller wieder genießen.

Warum eine Reiseapotheke beim Camping besonders wichtig ist

Camping bedeutet Freiheit. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass man oft mitten in der Natur unterwegs ist. Kleine Verletzungen gehören fast schon dazu: Schürfwunden vom Fahrradfahren, Splitter vom Lagerfeuerholz oder Blasen nach einer langen Wanderung. Hinzu kommen Sonnenbrand, Insektenstiche, Magen-Darm-Probleme nach ungewohntem Essen oder eine Erkältung durch klimatisierte Supermärkte und kühle Nächte.

Während man zuhause schnell in den Badezimmerschrank greift, sieht das auf dem Campingplatz oft anders aus. Besonders in kleineren Urlaubsorten haben Apotheken mittags geschlossen oder befinden sich einige Kilometer entfernt. Eine gut sortierte Reiseapotheke spart deshalb nicht nur Zeit, sondern oft auch Nerven.

Einige Hersteller wie Knaus Tabbert & Weinsberg statten neue Wohnwagen bereits mit Notfallapotheken aus

Kinder werden immer dann krank, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann

Wer mit Kindern campt, kennt das wahrscheinlich: Zuhause waren alle gesund – und pünktlich zum Urlaub kommt plötzlich Fieber, Husten oder eine Mittelohrentzündung.

Kinder reagieren auf Sonne, Hitze, ungewohntes Essen und neue Viren oft empfindlicher als Erwachsene. Deshalb gehören altersgerechte Medikamente unbedingt ins Gepäck. Wichtig sind vor allem Fieber- und Schmerzmittel in der passenden Dosierung, Elektrolytlösungen bei Durchfall sowie Pflaster mit lustigen Motiven. Die helfen manchmal fast genauso gut wie die eigentliche Behandlung.

Gerade nachts ist es beruhigend, nicht erst auf die Suche nach einer Notdienstapotheke gehen zu müssen.

Auch Hund und Katze brauchen eine kleine Reiseapotheke

Viele Camper reisen mittlerweile mit ihrem Vierbeiner. Hunde und Katzen können unterwegs jedoch genauso krank werden wie wir Menschen.

Zeckenzange, Pfotenpflege, Verbandsmaterial, ein Mittel gegen Durchfall sowie die regelmäßig benötigten Medikamente sollten deshalb selbstverständlich dabei sein. Wer ins Ausland reist, sollte außerdem kontrollieren, ob alle Impfungen aktuell sind und der EU-Heimtierausweis eingepackt wurde. Auf einigen Campingplätzen ist dieser Pflicht und wird beim Check-In kontrolliert.

Ein kurzer Blick vor der Reise auf die Adresse des nächstgelegenen Tierarztes am Urlaubsort kann im Ernstfall ebenfalls Gold wert sein. Wir sind nie ohne Telefonnummer und Adresse der nächsten Tierklinik im Urlaub unterwegs.

Wer mit seinem Tier im Mittelmeer-Raum unterwegs ist hat unter Umständen mit einigen Besonderheiten zu tun, die zum Notfall werden können: Zum einen besteht Gefahr durch Herzwürmer, die Hunde befallen können (Dirofilariose), aber auch andere Mittelmeer-Krankheiten wie Hunde-Malaria (Babesiose) oder Geißeltierchen die durch Sandmücken übertragen werden können (Leishmaniose) können zum Problem werden. Sprecht euren Tierarzt vor Urlaubsbeginn drauf an und erhaltet hier fachmännischen Rat in Bezug auf Prävention und ggf. Behandlung. Aber auch heimische Wildtiere können für Hund und Katze zum Risiko werden: Hunde, die im Unterholz stöbern oder Katzen die als Freigänger unterwegs sind, könnten in Kontakt mit Schlangen kommen. Auch wenn es nur wenige giftige Arten in Europa gibt kann ein Biss für Hund und Katze schneller zum Problem werden als bei einem Menschen, der versehentlich gebissen wird. In diesen Fällen sollte es sofort in eine Tierklinik gehen.

Was tun, wenn man im Campingurlaub wirklich krank wird?

Die größte Sorge vieler Urlauber lautet: „Wie finde ich im Ausland überhaupt einen Arzt?“ Tatsächlich ist das meist unkomplizierter als gedacht.

Der erste Ansprechpartner ist fast immer die Rezeption des Campingplatzes. Die Mitarbeiter kennen die umliegenden Ärzte, Zahnärzte, Krankenhäuser und Apotheken meist sehr gut. Viele Campingplätze hängen sogar Listen mit Notfallnummern, Bereitschaftsdiensten und den wichtigsten Telefonnummern direkt an der Rezeption oder im Sanitärgebäude aus.

Scheue dich also nicht, einfach nachzufragen. Gerade in beliebten Urlaubsregionen gehört diese Frage zum Alltag.

In vielen Urlaubsorten sprechen Ärzte außerdem Englisch oder sogar Deutsch. Besonders in den Niederlanden, Österreich, Italien, Kroatien oder Dänemark ist das häufig der Fall.

Neben Verbandsmaterial gehören auch wichtige Medikamente in die Reiseapotheke. Eine Checkliste gibt es weiter unten als Download.

So läuft ein Arztbesuch im EU-Ausland normalerweise ab

Viele Urlauber wissen gar nicht, dass sie innerhalb der Europäischen Union meist unkompliziert medizinisch versorgt werden können.

Vor der Reise solltest du unbedingt prüfen, ob auf deiner Krankenkassenkarte die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) aufgedruckt ist. Das ist die blaue Rückseite beziehungsweise der entsprechende Bereich auf der Karte.

Mit dieser Karte kannst du in vielen europäischen Ländern notwendige medizinische Behandlungen bei Vertragsärzten und öffentlichen Krankenhäusern in Anspruch nehmen. Die Abrechnung erfolgt häufig direkt über die jeweilige Krankenkasse des Urlaubslandes.

Trotzdem gibt es einige Besonderheiten:

  • Manche Länder verlangen eine Zuzahlung.
  • Privatärzte rechnen häufig direkt mit dem Patienten ab.
  • Rechnungen und Rezepte solltest du unbedingt aufbewahren.
  • Nach der Rückkehr können viele Kosten bei der eigenen Krankenkasse eingereicht werden.

Eine private Auslandskrankenversicherung ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung. Sie kostet oft nur wenige Euro im Jahr und übernimmt je nach Tarif beispielsweise private Arztkosten, Rücktransporte oder Behandlungen, die von der gesetzlichen Krankenkasse nicht vollständig übernommen werden.

Gut vorbereitet statt überrascht

Natürlich hofft jeder Camper, dass die Reiseapotheke den gesamten Urlaub geschlossen bleibt. Trotzdem vermittelt sie ein gutes Gefühl. Denn wer weiß, dass für kleine und größere Notfälle alles griffbereit ist, kann den Urlaub deutlich entspannter genießen.

Kontrolliere die Reiseapotheke vor jeder Saison auf abgelaufene Medikamente und ergänze verbrauchte Artikel rechtzeitig. Gerade Pflaster, Desinfektionsmittel oder Schmerzmittel verschwinden oft schneller als gedacht.

Checkliste: Das gehört in die Reiseapotheke für den Campingurlaub

Medikamente

  • Schmerzmittel für Erwachsene
  • Schmerz- und Fiebermittel für Kinder
  • Medikamente gegen Fieber
  • Mittel gegen Durchfall
  • Elektrolytlösung
  • Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen
  • Allergietabletten
  • Nasenspray
  • Halsschmerztabletten
  • Hustenlöser oder Hustensaft
  • Salbe gegen Prellungen und Verstauchungen
  • Wund- und Heilsalbe
  • Gel gegen Insektenstiche
  • Sonnenbrandgel oder After-Sun-Lotion
  • Persönliche Dauermedikamente (ausreichend für die gesamte Reise plus Reserve)

Verbandsmaterial

  • Pflaster in verschiedenen Größen
  • Blasenpflaster
  • Sterile Kompressen
  • Mullbinden
  • Elastische Binde
  • Wunddesinfektion
  • Hautdesinfektion
  • Einmalhandschuhe
  • Zeckenzange oder Zeckenkarte
  • Splitterpinzette
  • Schere
  • Fieberthermometer
  • Kühlkompressen

Sonnenschutz

  • Sonnencreme für Erwachsene
  • Sonnencreme für Kinder
  • Lippenpflege mit UV-Schutz
  • After-Sun

Für Babys und Kinder

  • Zahnungsgel
  • Wundschutzcreme
  • Nasensauger
  • Fieberzäpfchen oder Saft
  • Elektrolytlösung
  • Lieblingspflaster als kleine Motivation

Für Hunde und Katzen

  • ggf. Regelmäßige Medikamente
  • Zeckenzange
  • ggf. Pfotenbalsam
  • Verbandsmaterial
  • Mittel gegen Durchfall (nach Rücksprache mit dem Tierarzt)
  • ggf. Floh- und Zeckenschutz (je nach Region: Herzwürmer-Prävention)
  • EU-Heimtierausweis

Wichtige Unterlagen

  • Gesundheitskarte mit EHIC
  • ggf. Auslandskrankenversicherung
  • Impfpass
  • ggf. Medikamentenplan
  • Allergiepass
  • Telefonnummern wichtiger Angehöriger
  • Notrufnummern des Urlaubslandes
  • Adresse der nächsten Apotheke
  • Adresse des nächsten Krankenhauses
  • Telefonnummer des Tierarztes am Urlaubsort

Hier gibt es die Liste als PDF-Download:

Fazit

Niemand plant, im Campingurlaub krank zu werden – genauso wenig wie man einen Platten am Wohnwagen oder Regen während des Grillabends einplant. Doch genau wie Ersatzsicherungen oder ein Wagenheber gehört auch eine gut ausgestattete Reiseapotheke zur Grundausstattung jedes Campers.

Mit ein wenig Vorbereitung bleiben selbst kleine Notfälle meist genau das: kleine Zwischenfälle. Und wenn doch einmal mehr passiert, helfen die Rezeption des Campingplatzes, die richtige Krankenversicherung und ein wenig Ruhe dabei, schnell wieder das zu tun, worum es im Urlaub eigentlich geht: entspannen, genießen und neue Erinnerungen sammeln.

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mail@sachenpackenundlos.de

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